Akustische Einflüsse sind für die gesunde Entfaltung und für das Wohlbefinden eines Embryos von großer Bedeutung. Der Fötus entwickelt den Wunsch, in Kommunikation zu treten, umgekehrt ist aber auch bei Belastung der Mutter ein frühes Sich-Verschließen, ein unbewusstes Nicht-Hören-Wollen möglich. Das seelische und körperliche Befinden der werdenden Mutter überträgt sich sehr stark auf die Entwicklung des Kindes. Die Wahrnehmung für Klänge oder für einzelne Frequenzen wird in dieser Zeit bereits angelegt, ebenso Gefühl für Rhythmus, Zeit und Raum.
Hörverarbeitungsstörungen sind unabhängig von der Intelligenz eines Menschen und stehen oft in Zusammenhang mit einer Belastung in der Schwangerschaft. Ein auditiv wahrnehmungsgestörter Mensch hört, dass gesprochen wird, hat aber Probleme, den tieferen Sinn des Gesagten richtig einzuordnen. Das Wahrnehmungs- und Unterscheidungsvermögen, sowie die Verarbeitung des Gehörten sind erschwert, können sogar ganz blockiert sein, obwohl das Ohr organisch völlig gesund ist und daher die üblichen HNO-Untersuchungen keinerlei Hinweise auf Hörprobleme ergeben.
Ziel des Tomatis-Hörtrainings ist, das bewusste, aufmerksame Hören, also die Fähigkeit des Zuhörens zu trainieren und mit Hilfe von Mutterstimme oder spezieller Musik die frühen Stadien in der Entwicklung des Gehörs zu wiederholen. Dadurch hat der Mensch die Möglichkeit, neue Kommunikations- und Verhaltensmuster aufzubauen und anzunehmen.